Fischerstüberl in 94575 Gaishofen

↓ wenn fischers fritz frische fische

Im Passauer Raum gibt es an der Donau zwei berühmte Fischrestaurants. Das Fischerstüberl mit den Heller-Brothers als Wirt der Neuzeit und das Kornexel in Jochenstein mit gediegener Familientradition.

Beide liegen wunderschön am mächtigen Fluß und am attraktiven, viel befahrenen Radweg Ulm-Wien. Beide habe ich bei Besuchen kritisiert. Die Reaktionen waren jedoch total entgegengesetzt.

Die Wirtin vom Kornexl begrüßte die ehrliche Art meiner Rezension, während Robert Heller, der schon bei Gerhard Schmalzl, eine der ersten Adressen in dieser Ecke Bayerns, in der Küche stand, von Anfang an sehr selbstbewußt auftrat. Freundlich formuliert. »Wenn er keinen Löwen mit Krone erhalte, dann wolle er nicht in mein Buch« so seine erste, dogmatische Forderung mir gegenüber. Ich wollte das Fischerstüberl aber in meinem Buch haben, da es ein guter Tipp für meine Leser gewesen wäre. Sogar Fotos habe ich später für einen ev. Eintrag gemacht.

Manchmal muss man auch ein Auge zudrücken können, war meine Reaktion auf nicht gerade herausragende Testergebnisse im Fischerstüberl, habe aber bei den Besuchen dort natürlich immer ehrlich meine Meinung veröffentlicht. So auch am vergangenen Montagmittag.

Leberspätzlesuppe mit braunen Zwieberl, 3,50 €. Suppe laukalt, Zwieberl (eigens in der SK erwähnt) lätschert, sogar mit einem abschreckenden »Abfallstück« (siehe Foto). Robert Heller war nicht im Betrieb.

Seine fast beleidigende Reaktion: Die Suppe sei laukalt geworden, weil ich Notizen gemacht hätte. Wahr ist: Ich habe fotografiert und dann sofort reklamiert. Seine Überwachungsanlage lüge nicht, konterte Heller per eMail auf meinen Vorwurf, sein Kellner hätte gelogen.

Kein Wort über den per eMail beanstandeten Zwiebelreinfall. Es war nichts los. Die Küche hätte locker auch sorgfältiger agieren können.

Natürlich entspreche ich seiner Bitte, er wird nicht in Band 5 stehen. Nicht in einem eigenen Kapitel, dafür in den Enttäuschungen. Wer nicht mit mir reden will, soll es bleiben lassen. Es hätte genügt, wenn seine Küche gut kocht! Ich sitze eines Tages wieder in seinem Wirtshaus auf der Donauterrasse und berichte meinen Lesern über aktuelle Erfahrungen.
Es sei denn, ich bekomme Lokalverbot. Was allerdings echt schade wäre, aber ich würde das Ihnen, liebe Leser, natürlich an dieser Stelle mitteilen.

Good luck, Robert, nicht dass du eines unschönen Tages die Donau hinunter schwimmst. Es wäre, und das meine ich ehrlich, schade. Müsstest halt dann am Jochenstein aus den Fluten steigen und beim Kornexl einkehren…

Enttäuschung

~ von Helmut Kilian am 02/06/2011.

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